Eine neue Arbeit von Greil und Kolleg:innen untersucht, welche schweren unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) bei psychopharmakologischer Behandlung mit und ohne Lithium-Begleitmedikation gemeldet wurden. Die AMSP-Auswertung umfasst 8.609 Patientinnen und Patienten mit dokumentierten schweren UAW aus psychiatrischen Kliniken in Deutschland, Österreich und der Schweiz; 720 erhielten Lithium.
Bei Behandlung mit Lithium wurden Hyponatriämien seltener gemeldet. Gleichzeitig fanden sich häufiger Meldungen neurologischer UAW, darunter Delir, Tremor, Parkinson-Symptome und andere Bewegungsstörungen. Auch Wechselwirkungen mit Intoxikationsfoligen wurden häufiger berichtet. Das Muster seltenerer Hyponatriämien und häufigerer neurologischer UAW zeigte sich ebenfalls in ergänzenden Analysen.
Die Ergebnisse lenken den Blick auf das UAW-Profil von Kombinationstherapien und auf die sorgfältige Beobachtung neurologischer Symptome. Dabei ist die Einordnung entscheidend: Die Untersuchung zeigt Zusammenhänge in UAW-Meldungen. Sie belegt weder einen ursächlichen Schutz durch Lithium noch erlaubt die Hauptanalyse Rückschlüsse auf das individuelle Risiko für UAW. Unterschiede zwischen den behandelten Gruppen und mögliche Verzerrungen der Meldedaten müssen berücksichtigt werden.
Veröffentlicht im Journal of Psychopharmacology, online am 13. Oktober 2026.
