Mitte der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts rückte die Problematik unerwünschter Arzneimittelwirkungen durch das Auftreten gehäufter Agranulozytosen unter dem Neuroleptikum Clozapin auch in der psychiatrischen Behandlung in den Blickpunkt des Interesses. Die Arbeitsgemeinschaft für Neuropsychopharmakologie und Psychopharmakotherapie (AGNP e.V.), die Vereinigung der deutschsprachigen Wissenschaftler auf dem Gebiet der Psychopharmakologie, gründete daraufhin 1979 die Arbeitsgruppe AMÜP (= Arzneimittelüberwachung in der Psychiatrie), die von 1979 bis 1989 mit Unterstützung des damaligen Bundesgesundheitsamtes das AMÜP-Projekt zur Arzneimittelüberwachung in der Psychiatrie im Wesentlichen an den Psychiatrischen Universitätskliniken der LMU München und der Freien Universität Berlin durchführte. Dieses Projekt war als Modellprojekt konzipiert, um Methoden für eine systematische Erfassung von UAW unter Psychopharmaka bei psychiatrischen Patienten im klinischen Alltag zu entwickeln und Referenzdaten zu Häufigkeit und Schwere dieser UAW zu gewinnen. Die Ergebnisse wurden in zahlreichen Publikationen und einer Monographie dargestellt.

Nachdem mit diesem Projekt die methodischen Voraussetzungen entwickelt waren, wurde von 1990 bis 1993 zunächst nur an der Psychiatrischen Klinik der Universität München, eine geeignete Vorgehensweise für die fortlaufende UAW-Erfassung etabliert, die mit der Beschränkung auf die Erfassung von besonders schweren UAW den nach Wegfall der öffentlichen Förderung geringeren finanziellen Mitteln angepasst war, und im Herbst 1993 als AMSP-Projekt auf zunächst neun Kliniken in Deutschland und der Schweiz ausgedehnt.

Die Projektzentrale befindet sich seit Beginn an der Psychiatrischen Klinik der LMU München (Leitung damals Prof. Dr. H. Hippius, jetzt Prof. Dr. H.-J. Möller). Das Projekt wird seit Beginn von Prof. Dr. H. Hippius (bis 2001), Prof. Dr. E. Rüther (damals Göttingen, jetzt München), Prof. Dr. R. Engel (LMU München) und Dr. R. Grohmann (LMU München) geleitet. Das AMSP-Projekt stieß auf anhaltendes Interesse psychiatrischer Kliniken, so dass inzwischen 55-60 Kliniken in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Ungarn und Belgien teilnehmen. Die organisatorische Basis des Projekts wurde 2001 durch die Gründung des Instituts für Arzneimittelsicherheit in der Psychiatrie (AMSP e.V.) verbreitert. Schwestervereine wurden 2001 in der Schweiz (SGAMSP e.V.) und 2003 in Österreich (ÖAMSP e.V.) gegründet.