AMSP erfasst alle Arten von UAW von psychischer Veränderung bis zur Blasenstörung, wenn sie das Kriterium „schwer“ erfüllen und unter Psychopharmaka auftreten. Als Psychopharmaka im weiteren Sinne gelten auch Antiepileptika und Antiparkinsonmittel, da diese auch bei psychiatrischen Patienten häufig eingesetzt werden. AMSP überwacht Patienten aller Diagnosekategorien und jeden Alters. Von Seiten des Projekts werden keinerlei Vorgaben gemacht. Es wird viel mehr beobachtet, was sich im klinischen Alltag an unerwünschten Arzneimittelwirkungen ereignet, wenn die Ärzte nach ihrem eigenen Urteil behandeln,.

AMSP erfasst in den teilnehmenden Klinken alle schweren UAW-, Todesfälle, Suizide und nach Möglichkeit auch zur stationären Aufnahme führende UAW. Wann eine UAW nach AMSP „schwer“ ist, wurde in projektinternen Definitionen detailliert festgelegt. Wichtige Kriterien sind allgemein, dass die UAW lebensbedrohlich ist, eine erhebliche Gesundheitsgefährdung darstellt, oder den Patienten in seiner Funktionsfähigkeit im Alltag erkennbar deutlich beeinträchtigt.

Beispiele sind Delir, Krampfanfall, Bewegungsstörungen, die den Patienten in seinem Alltag behindern. Bei internistischen Komplikationen wurden jeweils Experten der Fachgebiete zugezogen, so gilt z.B. eine Leberwerterhöhung als schwer, wenn die Werte mehr als das fünffache der Norm überschreiten.

Die Fallerfassung erfolgt durch Ärzte, die regelmäßig die Kollegen auf den Stationen darauf ansprechen. Die Dokumentation findet auf vorgegebenen Formularen statt und beinhaltet neben den Patientendaten eine genaue Beschreibung des Ablaufs der UAW, mögliche Risikofaktoren, Alternativerklärungen, den genauen Medikationsverlauf vor der UAW, Maßnahmen und Weiterbehandlung.

Nach eingehender Diskussion und Beurteilung werden die Fälle in eine Datenbank eingegeben, dem BfArm und den betroffenen Herstellern gemeldet, und in regelmäßigen Abständen ausgewertet.

Von 1993 bis 2007 wurden etwa 260.000 Patienten insgesamt überwacht. Im gleichen Zeitraum wurden 4.090 schwere UAW-Fälle registriert; aktuell sind insgesamt 6.150 (haben wir so viele „nicht schwere“ Fälle?) Fälle in der Datenbank registriert. Derzeit werden etwa 30.000 Patienten pro Jahr überwacht.

An zwei Stichtagen pro Jahr wird die Anwendungshäufigkeit der einzelnen Psychopharmaka auf den überwachten Stationen erfasst. Diese Daten dienen zur Abschätzung der relativen Häufigkeit von unerwünschten Arzneimittelwirkungen bei einzelnen Medikamenten.

Das AMSP-Projekt wird derzeit nicht öffentlich gefördert. Eine finanzielle Unterstützung erfolgt durch die pharmazeutische Industrie in der Form, dass die Mehrzahl der in Deutschland tätigen und im ZNS-Bereich forschenden Arzneimittelhersteller das Projekt durch eine Beitrag zu einem Gesamtpool unterstützen. Dieser deckt die tatsächlich anfallenden Kosten jedoch nur zum Teil; eine erhebliche Eigenleistung erfolgt durch die teilnehmenden Kliniken.