Mind the GAP!

Multicenterstudie zu Nebenwirkungen in der Gerontopsychiatrie

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Insbesondere im höheren Lebensalter führt eine Psychopharmakotherapie bei Patienten leider oft zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW). Die Ursachen hierfür liegen neben der veränderten Stoffwechsellage und somatischer Komorbidität auch in einer zunehmenden Anzahl an verschriebenen Präparaten (Polypharmazie). Besonders betroffen sind beispielsweise an einer Demenz erkrankte Patienten, da diese sich häufig nur erschwert zu möglichen Nebenwirkungen äußern können. Zudem erfolgt die Verschreibung vieler Psychopharmaka bei Demenz im Off-Label Bereich.

Die aktuelle Forschungszusammenarbeit „Gerontopsychiatrie und Pharmakovigilanz“ des Instituts für Arzneimittelsicherheit in der Psychiatrie (AMSP) und der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie der MHH möchte sich diesem Thema nun intensiviert widmen und die Ausprägung, Häufigkeit und Risikofaktoren von UAW im Alter bei 4000 Gerontopsychiatriepatienten untersuchen, um Risikokonstellationen für einzelne Patientengruppen und Präparate zu eruieren.

Die Studie wird vom Bundesinstitut für Arzneimittelsicherheit mit 715.000 Euro für zunächst drei Jahre unterstützt und erfolgt in Kooperation mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universitätsklinik Ulm sowie vier weiteren Kliniken aus dem Raum Berlin-Brandenburg.

Im Rahmen der Studie werden mithilfe eines Intensiv-Monitorings auf ausgewählten gerontopsychiatrischen Stationen neben den UAW kontinuierlich Diagnosen, somatische Parameter und die Medikation der Patienten erfasst. An der Studie teilnehmen können alle einwilligungsfähigen oder gesetzlich betreuten Patienten über 65 Jahre, die sich in stationärer Therapie befinden.

Wir freuen uns über den Projektstart der Studie und hoffen einen gemeinsamen Beitrag zur verbesserten Sicherheit unserer Patienten leisten zu können.

 

Weitere Informationen zur Studie erhalten Sie auf Nachfrage unter: